Anika Gostralia

Auslandssemester und Reisen in und um Australien

Die letzten Tage...

Sonntag, 06.03.2011

Hallo und herzlich willkommen in Perth J

Seit Dienstag befinde ich mich Perth. Nachdem wir den Tiger-Airways-Flug (der übrigens entgegen aller Erwartungen super war!) heil überstanden hatten, haben wir uns am 14. Februar auf den Weg Richtung Perth begeben. Nach langem hin und her, haben uns 2 Kanadier Gesellschaft geleistet, die wir beim Arbeiten in Bundaberg kennen gelernt hatten. Am ersten Tag sind wir auf Pinguin-Jagd auf Philipp-Island gewesen. Allerdings war uns der ganze Spaß zu teuer nachdem wir das Neuseeland schon besichtigt hatten. Dafür konnten wir einen Koala aus nächste Nähe betrachten! Der war gerade auf der Suche nach einem neuen Eukalyptus-Baum und ist auf dem Geländer des Holzsteges spazieren gegangen. Wuuuhhhuuu! J Am Liebsten hätte ich ihn ja gestreichelt, aber man sollte die Krallen nicht unterschätzen. Da kann man leicht ein Auge verlieren (lt. Aussage der Park-Aufseherin).

Am nächsten Tag haben wir uns den Weg zur Great Ocean Road gebahnt. Das ist eine Straße entlang des Pazifiks und man sieht unglaublich schöne Küstenabschnitte, Strände, Höhlen… Gehört glaube ich zu den Must-Do-Dingen in Australien. Deswegen aber auch ziemlich voll von Touristen…

Nach 4 Tagen waren wir schon Adelaide. Leider hat es ziemlich geregnet und wir konnten gar nichts anschauen. Da eine Freundin aus Dänemark, die mit uns an der Sunshine Coast studiert hat, ein weiteres Semester in Adelaide macht, konnten Vio und ich bei mir unter kommen. Ansonsten haben wir immer im Auto geschlafen (das war auch dafür ausgelegt) und die beiden Jungs im Zelt. Dementsprechend haben wir unsere Nächte immer auf kostenlosen Campingplätzen oder einfach an der Seite der Straße verbracht.

Dann ging es durch die Wüste… Um von Adelaide nach Perth zu kommen, muss man ungefähr 800 km durch das Outback fahren. Damit wir nicht irgendwo da übernachten müssen, haben wir uns vorgenommen das Ganze an einem Tag durchzuziehen. Da wir zu viert waren und uns mit dem Fahren abwechseln konnten, hat das auch ganz gut gepasst. Außer ein paar Tankstellen kommt da auch wirklich gar nichts. Gruselig, aber auch irgendwie beeindruckend. Einfach nur australisches Outback…

Dafür wurden wir am Ende mit unglaublichen Stränden in Esperance belohnt. Wir haben den ganzen nächsten Tag nur in der Sonne gebrutzelt und den Ozean genossen. Von da an haben wir uns viel Zeit gelassen und die Westküste mit ihren atemberaubenden Stränden genossen. Meiner Meinung nach, sind diese nicht mal ansatzweise mit den Stränden der Ostküste vergleichbar. Zumindestens nicht mit denen, die ich gesehen habe…

Deshalb haben wir uns auch entschieden unsere letzten Tage auf australischem Boden an der Westküste zu verbringen und nicht wie geplant schon vorher nach Brisbane und Byron Bay zurück zu fliegen.

Also haben wir uns für die letzten Tage ein Auto gemietet und sind noch etwas nödlich von Perth unterwegs gewesen...

Nach unzähligen wunderschönen Küsten konnten wir zwischen Delfinen stehen und  bei der Fütterung zusehen!

Auf dem Rückweg hatten wir riesige Schwierigkeiten ein Hostel in Perth zu finden, weil ein Festival zu Gange war und alles ausgebucht war. Also haben wir versucht etwas nördlicher von Perth zu suchen. Nachdem das einzigste Hostel allerdings auch ausgebucht war, hat uns der nette Man ein anderes empfohlen. Kurzerhand haben wir von der Telefonzelle aus angerufen und gebucht. Allerdings war unser Geld alle und wir konnten nicht genau verstehen, wo es ist.

Also sind wir einfach hingefahren und haben in einem (eigentlich schon geschlossenem) Café nachgefragt. Die haben uns dann gesagt, dass das in einer ganz anderen Stadt sei nochmal eine Stunde entfernt. Allerdings war es schon halb zehn abends und wir waren total müde vom Auto fahren. Aber wir hatten mal wieder Glück und die Dame hat zufällig Ferienhäuser vermietet von denen eins leer stand. Da konnten wir dann einziehen...

Zum Glück!

Jetzt sind wir in Perth und warten auf unseren Rückflug nach Brisbane um von dort nach Deutschland zurück zu fliegen...

Das war mein Abenteuer in Australien/Neuseeland und ich hab noch nicht realisiert, dass es vorbei ist... Ich fliege einfach nach Hause, weil es an der Zeit, aber ich kann nicht sagen, wie es sich anfühlt...

Vielleicht werde ich es erst realisieren, wenn ich im Flugzeug sitze oder sogar erst wenn ich zu Hause bin...

Von Sydney nach Melbourne nach Alice Springs...

Sonntag, 06.03.2011

G´Day Mates!

 

Da ich gerade auf den nächsten Zug warten muss, nutze ich die Zeit und erzähle euch wie es nach Sydney weiter ging…

Nachdem wir in Sydney noch ein paar Tage verbracht hatten, haben wir uns dazu entschlossen auf dem billigsten Weg nach Melbourne zu reisen. Kurzentschlossen haben wir eine Anzeige im Internet aufgegeben, um eventuell jemanden zu finden, der uns mitnehmen kann… Die einzige Rückmeldung kam am Abend vorher von einem Inder. Nach langem Überlegen haben wir uns dazu entschieden, unsere Vorurteile nicht gewinnen zu lassen und es zu riskieren. Immerhin wäre das die günstigste Variante im Vergleich zu Zug oder Bus…

Am nächsten Morgen haben wir uns also mit Mandeep getroffen. Er schien ganz nett und die ersten 8 Stunden Fahrt verliefen auch ganz gut…(von Sydney nach Melbourne sind es etwas über 1000 km). Er hat uns ein bisschen von seiner Kultur und Religion erzählt…

Dann hatte er sich allerdings dazu entschlossen sich unsterblich in Vio zu verlieben und das Spektakel begann. Erstmal hat er angefangen ihr unendlich viele Sms zu schreiben (Ja, wir saßen alle im gleichen Auto!). Dann meinte er, sie könnte ja mit ihrem Freund Schluss machen, da sie sich doch sowieso seit 6 Monaten nicht gesehen hätten und er konnte einfach ein „nein“ nicht akzeptieren. Irgendwann fing er sogar damit an, dass er nach Deutschland kommt und solange wartet bis sie irgendwann mal Schluss machen….Tssss! Wir haben versucht noch normal mit ihm zu reden und gesagt, dass wir uns ja wieder treffen können, immerhin mussten wir ja noch sicher in Melbourne ankommen.

Beim nächsten Stop entschieden wir uns dazu, ihm bloß nicht zu erzählen, wo unser Hostel in Melbourne ist. Also haben wir uns in einer anderen Straße aussetzen lassen. Da wir erstmal in die falsche Richtung gelaufen sind, mussten wir die ganze Straße mit unserem Gepäck wieder zurück.

Dort ruft uns dann auf einmal ein junger Mann von der Straße zu, dass wir ihm total leid tun mit unserem ganzen Gepäck. Wir sind ins Gespräch gekommen und er hat uns erklärt wo wir hin müssen und wo unser Hostel ist. Dann fragte er uns, ob wir schon mal was von „Couchsurfing“ gehört hätten. Hatten wir als mittlerweile eingefleischte Backpacker natürlich! Es gibt eine Seite im Internet, wo Menschen Schlafplätze für Reisende anbieten und dann kann man dort umsonst übernachten.

Tomas, so hieß er, meinte dann, dass sie das auch anbieten würden. Da wir aber länger in Melbourne bleiben wollten, haben wir ihm angeboten, dass wir ja auch was zahlen können und dafür 1 oder 2 Wochen bleiben. Wir sind dann erstmal ins Hostel und haben uns später noch mal mit ihm in Verbindung gesetzt. Tomas wohnte da mit Stef und einem weiteren Mitbewohner, der allerdings gerade in Asien war. Also konnten wir in dessen Zimmer einziehen. Die 3 haben in einem Haus gewohnt und man konnte direkt zum Strand laufen…Somit hatten wir unseren Schlafplatz für die nächsten 2 Wochen Melbourne gesichert und die beiden wollten einfach kein Geld annehmen. Also haben wir auch noch einiges an Kosten gespart. Das klingt vielleicht komisch, dass man einfach bei Leuten einzieht, die man auf der Straße trifft  und in Deutschland würde ich das auch nicht machen. Aber in Australien ist das gar nicht unüblich. Wir hatten das Angebot auch schon mal eher von einer Mitstudentin von uns bekommen. Die beiden haben uns auch immer gesagt, was wir in Melbourne machen sollen und haben uns mit in Restaurants und Bars genommen. Am nächsten Tag war dann auch „Australia Day“, was hier ganz groß gefeiert wird. Da haben sie uns mit zu Freunden genommen und wir haben Barbecue gemacht…

Nachdem wir bei 40°C am Strand lagen und die Stadt erkundeten, sind wir nach Alice Springs geflogen. Für dort hatten wir eine 3-tägigie Outback-Tour gebucht und es war das Beste, was ich bisher in Australien gemacht habe!

Wir sind morgens um 6 Uhr los und hatten eine 5-6 stündige Busfahrt vor uns bis wir bei unserer ersten Station Kings Canyon ankamen… Es war unglaublich heiß und bei ungefähr 35°C im Schatten ging es wandern… Allerdings nicht im Schatten, sondern in der Sonne. Das war unglaublich anstrengend, aber die Aussicht umso besser. Da es in den 12 Monaten vorher 10 mal soviel geregnet hat wir normal üblich, war das „Red Centre“ auch eher grün. Dafür konnten wir jede Menge Wasserfälle besichtigen und baden gehen, da die Wasserlöcher gefüllt waren. Das war eine willkommene Abkühlung während unserer 3-stündigen Wanderung! Wir hatten allerdings Glück mit dem Wetter, da die Gruppe in der Woche vor uns 47°C im Schatten hatte… Also weit über 50°C in der Sonne. Da hätte mich wahrscheinlich niemand diesen Berg hochbekommen!

Nachdem wir alle wieder heil unten angekommen sind, haben wir die Busfahrt Richtung Kata Tjuta-Uluru-National Park angetreten. Endlich konnte ich einen ersten Blick auf diesen riesigen roten Felsen erhaschen! Da der Plan für diese Nacht Campen unter´m Sternenhimmel hieß, sollte der nächste Stop Feuerholz-Sammeln sein.

Kurz nachdem wir gestartet sind, haben sich schon jede Menge dunkle Wolken um uns vesammelt. Direkt über uns sah der Himmel noch schön blau aus, aber wir waren von Gewittern umzingelt. Während unserer Fahrt durch die Wüste gab es auf einmal einen extrem lauten Knall und ich dachte uns wäre ein Reifen geplatzt. Allerdings hab ich mich noch gewundert, warum wir dann noch immer fahren können… Nach kurzer Unruhe wurde schnell klar, dass uns ein Blitz getroffen hat. Aaaahhhh! Ich konnte es nicht glauben! Also sind wir umgedreht und zu der Stelle zurück gefahren. Es waren tatsächlich Löcher im Boden und die Straße war richtig rausgebrochen. Die Stellen waren sogar noch warm! Oh man….

Jedenfalls war ich dann nicht mehr so scharf auf Feuerholz sammeln, aber da wir ja über´m Feuer was kochen wollten, gab es keine andere Möglichkeit. Zum Glück sind wir von weiteren Gewittern verschont geblieben und die Nacht war sternenklar. In der Wüste sieht man unwahrscheinlich gut die Sterne. Neben Moskitos sind wir allerdings auch von Riesenameisen angefallen worden, die anscheinend nur auf uns gewartet haben!

Nachts um 4 war die „kälteste“ Zeit. Wüsten sind ja dafür bekannt heiße Tage und kalte Nächte zu haben. Allerdings hat es sich nur um die Hälfte der Tagestemperatur abgekühlt und somit hatten wir noch immer 20°C.

Um 5.20 Uhr hieß es aufstehen und Sachen packen. Nach einem unglaublichen Sonnenaufgang ging es zu Kata Tjuta, wie es die Aboriginies nennen bzw. die Olgas, wie es die Australier nennen. Kata Tjuta ist eine Steinformation, die vor Millionen von Jahren entstanden ist… Es hieß mal wieder in der Mittagssonne wandern. Diesmal ohne Abkühlung und ohne ein Fleckchen Schatten… Puh!

Danach ging es endlich zum Uluru (Ayers Rock für die Australier). Dieser riesige Fels ist einfach unglaublich beeindruckend. Wir haben einen kurzen Wanderweg gemacht (diesmal eben!) und einiges über die Aboriginie-Kultur erfahren.

Nach einem nicht ganz so spektakulären Sonnenuntergang sind wir in dieser Nacht in einem Campingplatz geblieben. Zwar auch ohne Dach über dem Kopf, aber immerhin mit Toiletten und Duschen. Man glaubt gar nicht wie sehr man das nach 2 Tagen praller Sonne, Schwitzen und Sonnencreme vermisst…

Der dritte und letzte Tag hat mit einem schönen Sonnenaufgang über Uluru begonnen und wir haben nach einer Umrundung des Felsens wieder die Heimreise angetreten.

Um Mittag zu essen, haben wir an einem Rastplatz angehalten, wo sich kurze Zeit später ein Emu zu uns gesellt hat und die Reste aus dem Topf gepickt hat… Viel Spaß nächste Gruppe!

(Wobei das wahrscheinlich jedes mal passiert…. Lecker!)

Kurz vor Alice Springs haben wir noch an einer Kamelfarm Halt gemacht, auf der man einmal im Kreis reiten konnte. Nicht wirklich spektakulär und ziemlich touristy…

Nachdem wir Abends alle zusammen noch in einer Bar waren, sind wir am nächsten Tag wieder zurück nach Melbourne geflogen, um uns für unseren Roadtrip nach Perth zu widmen… Wie der verlief, erzähl ich später J

 

Bis bald,

 

Anika

Bye bye Rockmelons, hello New Zealand!

Freitag, 21.01.2011

Hallo und Aloha (des Wetter wegens!)…

Nach meiner arbeitsintensiven Zeit in Bundaberg, bin ich jetzt fleißig am Urlaub machen… Zwinkernd

Nachdem wir von Bundaberg zurück nach Mooloolaba sind und dort ein bisschen Weihnachten (Plätzchen backen inklusive!) gefeiert haben, ging es endlich nach Neuseeland. Unser Flieger ist am 26. Dezember Richtung Südosten von Brisbane aus gestartet. Es hatte in Brisbane schon die ganze Zeit geregnet, aber wir hatten Glück, dass wir gerade noch so den Fluten entkommen sind! Nach ungefähr (nicht gerade angenehmen) 3 Stunden Flug, sind wir erstmal in Wellington auf der Nordinsel gelandet…Dort mussten wir dann irgendwie die Nacht totschlagen. Da es schon fast 12 Uhr nachts war und der Flieger schon um halb 7 am nächsten Morgen starten sollte, haben wir uns dazu entschieden einfach am Flughafen zu bleiben. Da der aber zwischen 2 und 4 Uhr nachts schließt (was wir nicht wussten), standen wir erstmal da mit unserem Gepäck… Nachdem uns dann auch noch ein netter Kiwi (wie man die Neuseeländer hier freundlicherweise nennt) erzählt hat, dass Wellington bei Nacht nicht unbedingt ungefährlich ist, wussten wir erstmal gar nicht, was wir machen sollen. Allerdings hat man uns dann angeboten vor einem der Cafés in der Flughafenhalle auf dem Sofa zu verweilen. Es war uns nur gestattet auf die Toilette zu gehen und sonst keinen anderen Teil des Flughafens zu betreten… Gesagt, getan…

Am nächsten Morgen ging es pünktlich weiter und nach einer dreiviertel Stunde waren wir an unserem Ziel Christchurch. Wir haben uns den ersten öffentlichen Bus geschnappt und sind Richtung Stadtzentrum gefahren, um zu unserem gebuchten Hostel zu gelangen. Wir haben uns erstmal stark gewundert, dass gar nichts los ist… Keine Menschen, nur leere Straßen…Unentschlossen

Nunja, in der Stadt angekommen, haben wir den Weg zum Hostel angetreten. An der Tür haben wir dann ein freundliches Hinweisschild gefunden, dass das Hostel allerdings geschlossen ist…Mmmhhh….

Ungefähr 10 Minuten später kamen zwei Jungs vorbei, die uns dann erklärten, dass am Tag zuvor ein ziemliches Erdbeben wütete und deshalb sehr viele Hostels geschlossen sind.Überrascht Wir hatten Glück, dass wir nur eine Straße weiter ein YHA gefunden haben, dass uns aufnehmen konnte! Sehr wohl war mir bei der Erdbeben-Geschichte allerdings nicht… Kein Wunder, dass alle Menschen geflüchtet sind!

Am nächsten Tag konnten wir dann unser Auto abholen. Endlich unabhängig und die Tour konnte beginnen!

Wir haben uns auf den Weg gen Süden gemacht… Ich werde euch jetzt nicht mit einzelnen Städtenamen und jedem gesehenem Berg und See langweilen….Zunge raus

Nur kurz:

Neuseeland ist auf jeden Fall eine Reise wert! Die Landschaft ist einfach unglaublich! Man hat sehr viele Berge, Felsen, Gletscher, Seen, heiße Quellen, Wasserfälle, und, und, und…Cool

Als wir im Süden der Südinsel waren, konnten wir sogar Pinguine aus nächster Nähe sehen!Lächelnd Abends kommen diese aus dem Wasser zurück und hüpfen fröhlich am Strand rum… Sehr spaßig zu beobachten. Es gibt auch Robben zu beobachten und wenn man eine Tour bucht, sieht man Delphine und Wale (was wir allerdings nicht gemacht haben).

Vio und ich waren natürlich auch auf den Spuren von Frodo unterwegs und sind die „Herr der Ringe“-Spots abgefahren. Wahnsinn! Es ist nur schade, dass man das gar nicht so leicht findet. Man kann sich natürlich Touren anschließen, die nen Haufen Geld kosten. Da wir ja aber unser eigenes Auto hatten, haben wir es auf eigene Faust probiert. Dank Reiseführer, haben wir auch ganz gut zu den Stellen gefunden, auch wenn man natürlich nie genau weiß, an welcher Stelle im Wald, welche Szene gedreht wurde.

Wer in Neuseeland Stadt an Stadt und viele Menschen erwartet, liegt falsch! Wir sind manchmal stundenlang gefahren, ohne, dass auch nur irgendwas so aussah wie Zivilisation. Das hat uns auch manchmal fast um den Verstand gebracht…

Da wir immer sehr spät dran waren, was das Thema Unterkunft betrifft, mussten wir uns auch oft mit „Hostels“ zufrieden geben, die zu wünschen übrig ließen. Manchmal haben wir einfach auf Campingplätzen geschlafen, die auch Cabins (also so eine Art Bungalow) angeboten haben… Nicht besonders komfortabel, aber man überlebt.Cool

Eines Abends waren wir natürlich mal wieder spät dran… Es war schon 9 Uhr und da wir in Franz Josef nichts mehr bekommen haben (hätten wir wissen sollen, war ja Hochsaison) sind wir einfach weiter gefahren. Es sah so aus als ob wir mal wieder stundenlang durch Graslandschaften fahren müssten, bis wir in die nächste Stadt (und selbst die Städte in Neuseeland sind eher so groß wie Meiningen…) kommen.

Irgendwann sind wir allerdings doch an 3-4 kleinen Häusern vorbei gekommen und auf einem großem Schild war „Wilderness Backpackers“ zu lesen. Natürlich dachten wir, das wäre unsere Chance und haben gehalten. Als ich allerdings in die Nähe des wirklich zerfallenen Hauses gekommen bin, hab ich festgestellt, dass ich hier nicht unbedingt freiwillig bleiben möchte (und ich hab das nur von außen gesehen). Da kam aber auch schon der Typ rausgesprungen. Nunja, wir waren eigentlich müde und wären natürlich gern geblieben. Also haben wir erstmal gefragt, ob irgendwas frei ist. Da kam von ihm „I think so…“. Hä? Arbeitet der jetzt da oder nicht?!Unentschlossen

Wir sind rein….

Eine wirklich alte Bude…Gruselig! Wir waren die einzigen da…und ER! Warum sagt er dann erst „I think so.“, wenn wir doch NIEMAND da ist?! Erstmal hat er uns die Zimmer gezeigt, 2 um genau zu sein. Eins mit einem Doppelbett, vollgestellt mit 10 Koffern (sollte wohl Deko sein). Das andere Zimmer bestand aus 2 einzelnen Betten, wovon das eine unbenutzbar war, weil es voller Zeug war. Er wollte allerdings nur 15 neuseeländische Dollar für die Nacht, was ein sehr guter Preis ist, also haben wir zugesagt. Der Typ hat sich uns als Amerikaner vorgestellt, der für den Farmer, der dort wohnt, arbeitet. Die Farmer haben im Haus neben an gewohnt und waren gerade dabei in das Haus zu ziehen, in dem wir schlafen sollten. Dementsprechend konnten wir weder die Küche, noch das Bad in dem Haus benutzen. Er hat uns also zum Haus der Farmer geführt und gemeint, wir sollten einfach dort die Küche und das Bad nutzen…Mmmmhhhh…. Die Farmer waren unterwegs uns hätten nach seiner Aussage schon längst zurück sein sollen.

Also…Wir und er, allein im nirgendwo…. Es wird noch besser!

Er wollte uns unbedingt alles zeigen. Also sind wir einmal durch den Garten gestiefelt, wo er uns die Obstbäume vorgestellt hat… Das war aber nicht das einzige. Es gab auf dem Gelände auch noch eine altes Schlachthaus und ein Sägewerk, wo der Farmer noch selbst irgendwelche Holzmöbel baut…

Wir, er, ein altes Schlachthaus und ein Sägewerk irgendwo im nirgendwo…Aaaaahhhh! Brüllend Ich hab mich echt wie im Horrorfilm gefühlt. Wir haben uns dann erstmal dazu entschieden das Doppelbett zu teilen und uns bloß nicht zu trennen! Da Vio noch Hunger hatte (der war mir schon vergangen), sind wir also in die Küche der Farmer spaziert. Es sah aus wie bei Messies…Alles voller alter Krims Krams und unglaublich dreckig. Nachdem Vio anfing zu kochen, kam der Ami zurück. Erstmal meinte er, wir sollten die Schuhe ausziehen, wenn wir hier kochen…Ääääähhhhh, ja. Meine Strümpfe sahen danach auch als wär ich damit auf´m Feld gewesen, aber man ist ja höflich. Dann schmeißt er die Musikanlage an, Jazz oder so und quatscht uns ein Ohr ab. Als er uns vorgeschlagen hat, dass wir doch in der Nacht noch zu den heißen Quellen zusammen gehen  können (10 Minuten Fahrt und 20 Minuten Laufen), haben wir dankend abgelehnt und haben uns schnell ins Zimmer geflüchtet. Nachts kamen dann allerdings die Farmer und haben ihn geweckt. Puh, wenigst hat die Geschichte gestimmt!

Am nächsten Morgen mussten wir ja das Bad der Farmerleute nutzen und sind rübergestiefelt. Der Farmer kam rausgerannt und hat uns erstmal ausgefragt, wo wir herkommen, was wir machen, bla, bla, bla… Dann kam Fritz oder Fuzzy, wie er sich selbst nannte, ein deutscher Auswanderer, der schon 20 Jahre in Neuseeland lebt. Nachdem wir uns einen 2 Stunden Vortrag über Korruption und Politik von dem in einem Bus lebenden obdachlosen Deutschen angehört hatten, wollten wir endlich los. Es war mittlerweile 12 Uhr und nach einer weiteren Führung durch die Sägewerk und das Kennelernen von Freunden der Farmer, hatten wir einfach keine Lust mehr.Reingefallen Was passiert?! Unser Auto geht nicht auf. Aaaahhhh! Der Kofferraum ging auf, aber die Zentralverrieglung des Autos hat gesponnen. Nein, wir haben nichts angelassen und es war nicht die Batterie!

Also mussten wir Fritz und dem Farmer Bescheid sagen, weil wir einfach keine Ahnung hatten, was zu tun ist. Der Farmer hat erstmal probiert einzubrechen, das ging aber schief. Fritz wollte eines der Farmerkinder durch die kleine Öffnung des Rücksitzes schicken, die wir durch den Kofferraum erreichen konnten, aber das hat gezickt.

Mit einem Violinenstab haben wir es dann endlich geschafft, durften den als Souvenir mitnehmen und sind endlich geflüchtet!

In den Momenten wünscht man sich einfach in eine Großstadt! Vor allem da uns ein paar Tage vorher auch schon mal fast das Benzin ausgegangen ist, weil keine Tankstelle in der Nähe war. Das war eine Angstfahrt!

Im Großen und Ganzen hat sich Neuseeland aber vollkommen gelohnt! In den letzen Tagen hatten wir nur ein bisschen Stress mit unserem Rückflug… Wir wollten eigentlich nach Brisbane, aber wegen der Fluten haben wir uns entschieden, den umzubuchen. Da sich das aber anscheinend viele Leute gedacht haben, sind wir bei der Airline gar nicht durchgekommen. Nach stundenlangen in-der-Warteschlange-hängen, haben wir es dann aber doch geschafft und sind jetzt in Sydney. Endlich Zivilisation (aber auch ne Menge verrückter Menschen)…

Wir kamen hier an und haben ewig nach einem Hostel gesucht… Im Endeffekt sind wir jetzt im Möchtegern Rotlichtmilieu  der Stadt gelandet und Sexclubs, Sexshops und billige Prostituierte reihen sich aneinander. Ich hab auch  noch  nie so viele Schwule und Lesben auf einem Haufen gesehen…

Vorgestern waren wir mit einem Freund, den wir noch vom Arbeiten aus Bundaberg kannten, in einem Club. Nach ein paar Bier und Rum-Cokes haben wir uns entschieden, in einen der Stripclubs vorbei zu schauen…Wirklich erbärmlich… Es war nicht viel los und es wurde jeder rein gelassen, was meiner Meinung nach  nicht unbedingt für den Club spricht. Unser Freund hat dann Getränke an der Bar geholt und meinte als er zurück kam, dass die Bardame gefragt hat, ob wir hier arbeiten wollen…Hehehe…. Natürlich haben wir da jetzt angefangen und verdienen gut Geld…Tsssss…Zwinkernd

So, mal sehen was Australien noch so für Überraschungen bereit hält! Bis bald!

PS: Ich werde mich bemühen, bald bei studivz Bilder hochzuladen und ein Video von Sydney´s Straßenmusikern (sehr empfehlenswert!) bei Facebook!

Anika

Endlich keine Uni mehr!

Sonntag, 19.12.2010
Hey hey! Ja, I´m still alive! Es ist viel passiert in letzter Zeit und hab endlich Zeit gefunden, ein bisschen zu erzählen.... Also, erstmal zu den Prüfungen… Zunächst läuft hier alles ein bisschen anders ab als in Deutschland (zumindest anders als in Fulda). Wir kamen zu unserer ersten Prüfung, die in der Sporthalle abgehalten werden sollte. Es war alles voller Menschen, überall! Ich würde schätzen, dass sich dort ungefähr 300 Leute getummelt haben. Dann kam die Durchsage… Alle müssen ihre Taschen abgeben. Es ist nicht erlaubt irgendwas anderes als Wörterbuch, Stifte und/oder Taschenrechner mitzunehmen. Dafür wurde extra eine Security-Firma engagiert. Die haben dort ein kleines Zeltchen aufgebaut und bekam eine Nummer. Am Ende kann man sich seine Tasche dann wieder abholen. Ich kam mir vor wie in ner Disco. Fehlte nur noch der 10 Euro-Getränkegutschein. Dann ging es los…. Nummern ziehen! Die Sporthalle war voller Gartenstühle und Tische. Jeder muss eine Nummer ziehen und sich an den jeweiligen Platz setzen…Tsss! Es ist auch nicht erlaubt irgendwelche andere Getränke als Wasser in einer durchsichtigen Flasche mitzunehmen. Warum?! Keine Ahnung! Auf jeden Fall wurden Freunden von uns Cola und Apfelschorle abgenommen, obwohl kein Etikett auf der Flasche war. Aber man darf sich melden und dann bekommt man ein Glas Wasser gebracht. Alle, die Multiple Choice-Questions beantworten müssen, müssen mit einem 2B-Bleistift schreiben. Alles andere wird wohl von der Maschine nicht erkannt. Ein ziemlicher Aufriss jedenfalls… Sobald man in der Halle ist, darf auch nicht mehr geredet werden. Dann folgen die nächsten Durchsagen. Für jeden Kurs (es waren 10 verschiedene am ersten Tag) wird vorgelesen, welche Hilfsmittel erlaubt sind und ob man in der Einlesezeit schreiben kann und wohin (also entweder nur auf´s Aufgabenblatt oder auch schon auf´s Antwortblatt). Weiterhin ist es nicht erlaubt innerhalb der ersten und letzten 15 Minuten die Halle zu verlassen. Dann ging es endlich los. Wenn man während der Prüfung auf Toilette muss, ist das auch nicht so einfach. In Deutschland reicht es, wenn man bescheid sagt. Hier wird man von einem Aufpasser auf Toilette begleitet und dort hängt dann eine Liste, in die man sich mit Uhrzeit eintragen muss. Es wird also sehr viel Wert darauf gelegt, dass keiner betrügen kann. Die Prüfungen an sich waren einigermaßen ok und ich habe auch alle bestanden! Jippieee! In der Woche nach den Prüfungen haben wir noch ein bisschen gefeiert und uns von vielen Freunden verabschieden müssen, was ziemlich hart war. Man ist schon sehr eng zusammen gewachsen und es war wirklich schwierig Good bye zu sagen. Am Samstag nach den Prüfungswochen sind wir dann nach Childers aufgebrochen. Wir haben im Internet eine Anzeige für Veggie- und Fruit-Picking gefunden. Nachdem man uns zugesagt hatte, sind wir dann am Samstag morgen nach Brisbane aufgebrochen. Da die Hintertür Richtung Bushaltestelle die ganzen Tage zuvor offen war und man deshalb ohne Schlüssel rauskam, haben wir unseren Schlüssel in die davorgesehene Box geworfen und sind losgestiefelt (Es war ungefähr halb 5 Uhr morgens). Allerdings war die Tür nicht mehr kaputt und wir waren ziemlich spät dran, weil mein Rucksack aufgeplatzt ist. Also sind wir zur nächsten Mauer gerannt, ich bin drüber geklettert und Vio hat mir unser ganzes Gepäck rüber gereicht. Danach ist sie drüber geklettert und wir sind so schnell es mit 25kg Gepäck ging, zur Bushaltestelle gerannt. Der Bus war zum Glück noch da, auch wenn ich mir sicher war, dass wir ihn verpasst haben. In Brisbane angekommen, sind wir erstmal an der falschen Station gelandet. Der Busfahrer hatte mir auf die Mailbox gesprochen, aber sein Aussie-Slang war so schlimm, dass nicht mal unsere australische Mitbewohnerin ihn verstanden hat. Irgendwann hatte ich dann auch kein Geld mehr auf meinem Handy, um meine Mailbox abzuhören. Das einzige, was wir wussten, der Bus wartet hinter Gleiß 10 in einem Car-Park. Da es aber an der Station, wo wir gelandet sind, keine 10 Gleiße gab, haben wir uns durchgefragt und musste noch eine Station weiter fahren. Endlich angekommen, stand der Fahrer auch schon da und hat gewartet. Dann wurden uns erstmal 110 Dollar für die Fahrt nach Childers abgeknüpft. Wir mussten Formulare ausfüllen und als endlich alle da waren ging es los. Wir hatten ungefähr 5-6 Stunden Fahrt vor uns, die wir mit Karten-Trinkspielen mit Deutschen, Amis und Engländern totgeschlagen haben. Endlich im Hostel (was eigentlich ein Caravan-Park war) sind Vio und ich in unser Zimmer gezogen: alt, agberanzt (ich muss so sagen!) und einfach schrecklich. Aber da wir ja zum Arbeiten gekommen waren, haben wir das in Kauf genommen. Immerhin hatten wir ein Zimmer für uns allein und eine eingebaute Küche. Wir haben dann gleich für Montag einen Job für Tomaten pflücken bekommen. Der größte Mist überhaupt. Man fährt morgens um 5 Uhr los und muss draußen in der Sonne Tomaten pflücken. Das geht wie verrückt auf´n Rücken und man bekommt ganze 2 Dollar für gepflückten 20l-Eimer! Pah! Bei 4-5, die man in der Stunde schaffen kann (abgesehen von den Asiaten), bedeutet das einen ziemlich geringen Stundenlohn. Wir wussten allerdings schon was auf uns zukommt, da einer der Deutschen, die am Samstag mit dem Bus mit uns angekommen sind, gleich am Sonntag das Vergnügen hatte. Er meinte, das war das Schrecklichste, was er je erlebt hat. Da sind wir natürlich schon mit nem super Gefühl da angekommen. Man kann es auch mehr als Sklaven-Farm bezeichnen. Es gibt keine Pausen und wir haben uns selbst einfach Pausen gemacht. Man wird mit einem Partner durch die Tomaten-Reihen gejagt und wenn man keine hat, muss man einfach beide Seiten machen. Dann kommen dauernd irgendwelche Supervisor, die kontrollieren, was man in seinem Eimer hat und wie viel man von der Reihe gepflückt hat. Wenn es denen nicht passt, wird kurzerhand der Eimer wieder ausgeräumt oder man muss die Reihe noch mal durchgehen. Fehlte nur noch die Peitsche! Wir sind sofort am Montag zur Reception und haben uns beschwert. Immerhin wurden uns im Internet Jobs versprochen für 17.60 Dollar die Stunde. Die gab es auch, aber erstmal muss man wohl die Tomaten-Sache machen bevor man „aufsteigt“. Man hat uns gesagt, jeder will da weg und erstmal werden die bevorzugt, die schon länger dort arbeiten. Also haben wir es uns am Dienstag noch mal angetan, da die Alternative gar keine Arbeit gewesen wäre. Am Dienstag haben wir wieder Reception gestürmt und gefragt. Da es aber nichts gab und wir das nicht mehr machen wollten, haben wir es aufgegeben. Das bedeutete, wir hatten den Mittwoch frei. Allerdings kann man in Childers nichts machen. Da gibt es nur nen Highway, der durch den Ort führt. Es gibt Shops, wo man alle möglichen Farmer-Sachen kaufen kann, also so Dinge wie Schubkarren und Overalls. Nachdem wir wieder mal die Reception gestürmt haben und es keine Arbeit gab, haben wir uns dazu entschlossen, Chhilders zu verlassen. Es gab nichts zu tun und wir haben mehr Geld ausgegeben als gewonnen. Also haben wir am nächsten Tag ausgecheckt. Das war auch höchste Zeit, denn Vio war nicht mehr meine einzige Mitbewohnerin. Mittlerweile hatte sich eine Riesenkarkalake eingenistet und eine Maus, die meine Schokolade geklaut hat. Das konnte ich sogar beoabachten! Nachdem ich die halbe Nacht nicht geschlafen habe, weil ich dachte die Tierchen nisten sich irgendwo ein oder weil die Maus laut meine Schokolade geknabbert hat. Also am nächsten Tag wieder in die Reception. Da die Managerin wohl Angst um ihren Ruf hatte, hat sie uns allerdings die Hälfte der Miete wieder gegeben und sich dafür entschuldigt, dass wir schlechte Erfahrungen gemacht haben. Wir haben ihr erzählt, dass wir nach Bundaberg weiterziehen werden (ungefähr 50km weiter) und sie gab uns Adressen von Working-Hostels. Wir wollten eigentlich den Bus um 10 Uhr abends nehmen. Also mussten wir den Tag totschlagen. Nachdem wir am Morgen einen Deutschen mit nem Auto kennen gelernt haben, haben wir versucht, ihn zu motivieren, uns nach Bundaberg zu fahren. Allerdings musste er erst auf seine Freunde warten, weil sie sich das Auto zu dritt gekauft hatten. Die waren aber noch auf der Arbeit. Das Glück sollte aber auf unserer Seite sein. Zufälligerweise hat ein deutsches Mädel mitbekommen, dass wir nach Bundaberg fahren und gefragt, ob wir mit ihr und ihrem Freund mitkommen wollen. Es ging 5 Minuten später los und wir sind billig nach Bundaberg gekommen. Nachdem wir ein paar Hostels durchtelefoniert hatten, haben wir endlich eins gefunden, dass Platz und Arbeit für uns hatte. Wir kamen gegen 4 Uhr nachmittags hier an. Unsere Mitbewohner setzten sich aus einem Franzosen, einem Engländer, 2 Kanadiern und uns zusammen. Der Franzose und der Engländer sind allerdings nach einer Woche wieder gegangen und ein Kanadier wurde rausgeschmissen, weil er im Zimmer Bier getrunken hat. Hier ist kein Alkohol erlaubt, weil die Farmer sich zu viel beschweren, dass die Leute nicht auf die Arbeit kommen, weil sie zu viel trinken…. Nunja wir konnten gleich Freitagmorgen anfangen zu arbeiten. Wir sind auf einer Bio-Farm gelandet und mussten Zucchini, Cherry-Tomaten und Paprika pflücken und packen. Der Farmer hatte allerdings nicht viel Arbeit für uns und wir haben vielleicht 5 Stunden gearbeitet. An unserem dritten Arbeitstag hat uns der Busfahrer allerdings gefragt, ob jemand bereit wäre, noch in einem Packing Shed auszuhelfen, weil die noch Leute brauchen. Vio und ich haben gleich zugesagt und sind direkt von unserer Bio-Farm dorthin gebracht worden. Da wir schon 7 Stunden vorher gearbeitet hatten, hatten wir allerdings weder Wasser noch Essen. Nach einem weiteren 6 Stunden Arbeit, war der Tag endlich zu Ende. Da wir am nächsten Tag einen Tag off haben sollten, hat man uns gefragt, ob wir wieder da arbeiten könnten. So sind wir zu unserem jetzigen Job gekommen, da die Saison der Bio-Farm sowieso zu Ende war. Das heißt, wir packen den ganzen Tag Rockmelons. Ich glaube, in Deutschland nennt man die Netzmelonen. Ab und zu kommen auch Kürbisse, die verpackt werden müssen. Die Melonen müssen exakt so gepackt werden, dass sie nicht rutschen und, dass alle die gleiche Größe und ungefähr die gleiche Form haben. Am ersten Tag hat sich das ziemlich schwierig gestaltet. Ich hatte das Gefühl, dass ich einfach nicht dazu gemacht bin. Die Größen haben gar nicht überein gestimmt und ich bekam meine Kisten von den Jungs immer wieder zurück, weil irgendwas nicht gepasst hat. Grrr! Das wurde aber von Tag zu Tag besser. Die Leute, die da arbeiten sind wirklich cool. Es gibt dauernd Plätzchen, Kuchen oder auch mal Bier vom Chef. Es arbeiten ungefähr 12 andere Backpacker da, 2 Backpacker, die schon 35 sind und mit nem Campervan rumfahren und Mick unser Chef. Die einzigen, die ein bisschen anstrengend sind, ist der große Chef, von dem die Melonen kommen und seine Frau. Das sind die Eigentümer der Farm und die kommen ab und zu vorbei und kontrollieren, ob wir auch alles richtig machen. Aber das ist nicht das Einzige. Sie beobachten die Mädchen, die packen und feuern sofort, wenn ein Mädchen ihnen nicht passt. Seitdem ich da bin, wurden bereits 5 Leute gefeuert. Zum Glück haben die sich nicht an meinem ersten Arbeitstag blicken lassen! Da wär ich wohl gleich geflogen. Die beiden älteren Backpacker Matthew und Belinda sind auch etwas seltsam. Die trinken ab und zu zu viel Alkohol oder kiffen mit einem unserer Backpacker irgendwo. Letztens haben sie sich getrennt als sie zusammen einen Day off hatten. Matthew kam am nächsten Tag allein und der Chef hatte einen Tag frei. Also hatte er das sagen. Kurzerhand hat er mich zum Sortieren abgestellt, was eigentlich immer Belinda´s Aufgabe war. Also bin ich mit Vivien, ner anderen Backpackerin, losspaziert und wir haben die Melonen sortiert. Die kommen aus der „Waschmaschine“ und müssen nach gute Qualität, Seconds und Rubbish sortiert werden. Eigentlich nen ganz guter Job. An dem Tag kamen die Chefs natürlich 3 mal. Erst kam der Boss, Keith, und hat uns angemotzt, dass wir viel zu viel wegwerfen. Er war ziemlich angepisst und hat seine Frau geholt. Die hat uns dann ausführlich erklärt, wie wir sortieren sollen. Als der Chef allerdings weg war, war Matthew der Meinung, dass wir wieder alles raus werfen. Oh je… Er war der Meinung, dass sobald der Chef kommt, wir einfach wieder die alte Version machen können und er schnell den Mülleimer wegschafft. Oje! Falls er fragt, sollen wir einfach sagen, dass Matthew das gesagt hätte. Spitze! Er ist aber nicht der Boss. Ihm war es egal, ob er gefeuert wird, aber ich brauchte den Job noch. Allerdings ist alles gut gegangen. Nach 3 Tagen kam Belinda auch wieder zurück und jetzt sortier ich mit ihr zusammen. Ich bin gespannt, was der große Boss sagt, wenn er uns mal wieder kontrollieren kommt. Die Meinung von Mick, unserem Chef, ändert sich nämlich täglich, was das Sortieren betrifft. Ich hab seitdem wir angefangen haben zu arbeiten nur einen Tag frei gehabt und das war der Sonntag in der ersten Woche. Das heißt ich habe die letzten 14 Tage durchgearbeitet. Wir haben ungefähr 60 Stunden letzte Woche gearbeitet und deswegen hatte ich auch noch keine Zeit meinen Blog zu schreiben! Aber in 4 Tagen ist das hier geschafft! Wir fahren am 24. Dezember zurück Richtung Brisbane, um mit Freunden von der Uni Weihnachten zu feiern und am 26. geht es dann nach Neuseeland! Jiiippiiieee! Das nächste Abenteuer hat begonnen….

Melbourne-Cup

Dienstag, 09.11.2010

Hallo meine Lieben!

Ich bin es schon wieder! Ich habe festgestellt, dass ich ganz vergessen hab, euch von dem großen Pferderennen-Event zu erzählen….

Ich hatte ja in meinem letzten Bericht erzählt, dass meine Kamera kaputt ist. Also hab ich Panasonic Australia eine Email geschrieben, um zu erfahren, wo ich die hinschicken muss. Man hat mich dann auf eine Internetseite verwiesen, um den nächstgelegenen Shop zu finden. Also hab ich mich am Morgen des 2. November auf den Weg zum „nächstgelegenen“ (waren ja auch nur 3h !!!) Shop gemacht. Ich musste schon morgens um 8.20 Uhr den Bus nehmen, damit ich so gegen halb 12 dort war…

Um dorthin zu kommen, musste ich noch 2-mal umsteigen und bin unter anderem auch Zug gefahren. Ich habe mich schon gewundert, warum alle Menschen so unwahrscheinlich schick angezogen waren. Die Mädels und Frauen mit sehr sehr schicken Kleidern, zurecht gemachten Haaren und Hüten und Blumen auf dem Kopf, die Männer alle in Anzügen. Ich dachte erst, dass die so was wie Abiball haben. Allerdings hab ich später auch ältere Menschen gesehen, die aus dem Schulalter schon raus waren.

Unter anderem hab ich dadurch einmal meine Ausstiegsstation verpennt, weil ich die Leute beobachtet habe, die auf dem falschen Gleis waren, aber noch zu uns in den Zug gerannt kamen. Als wir weg fuhren, stellte ich fest, dass das die Station war, an der ich hätte aussteigen müssen… Nunja, Shit Happens...

Nach meinem Tagesausflug wieder an der Uni angekommen, ist Vio mit in den Bus eingestiegen, da wir noch mal ins Reisebüro wollten, um unseren Neuseeland-Flug fest zu machen.

Da meinte sie nur, dass an diesem Tag das große Pferderennen in Melbourne stattfinden würde, das ganz Australien still stehen lässt. Aber nicht nur in Melbourne wird das ausgetragen, sondern auch auf allen großen Pferderennbahnen in ganz Australien.

Die älteren Leute setzen ziemlich viel Geld und die jüngeren nehmen den Tag zum Anlass, um sich zu betrinken. Vio erzählte mir dann, dass schon morgens um 9 als sie im Pool schwimmen war, alle an unserem Pavillon rumhingen, schick angezogen und total betrunken.

Als sie zurück kam hat sie sich noch zu Elke und Maike, die über uns wohnen, auf den Balkon gesetzt. Dann hat sie auf einmal gesehen, wie jemand bei uns in den Garten pinkelt!!! Das heißt, der Typ muss bei uns einmal quer durchs Appartement gestiefelt sein, um auf unsere Terrasse zu kommen.

Wenig später sitzt auf einmal ne Horde Männer in unserem Garten. Vio schaut runter und einer von ihnen meinte nur: „Hey, dich kenn ich doch, du bist in meinem Sports Nutrition Kurs.“ Vio antwortete nur „Ja, und du sitzt in meinem Garten!“ Als sie wieder runter kam ist einer mit Bier in unserem Appartement rumgestolpert und hat noch alles verschüttet. Naomi kam aus ihrem Zimmer und hat nur geschrieen, weil wir nen fremden Mann bei uns hatten! Hahaha! Vio meinte, dass die Horde Jungs sich wohl nur im Appartement geirrt hatten. Sie sind später im Garten neben uns wieder aufgetaucht. Nunja, auf jeden Fall ist die Polizei auf unserem Gelände rumgewuselt, um alle Nicht-Residents rauszuwerfen. Unser Gelände ist nämlich eingezäunt und man kommt überall nur mit Schlüssel rein. Aber da hatten sich wohl ein paar drunter gemogelt, die da gar nicht hin gehörten. Die eine Frau der Leitung ist überall rumgeflitzt und hat alles auf Fotos festgehalten…

Das war der große Pferderennen-Tag, von dem uns keiner was erzählt hatte und ich hab nicht mal das Spektakel im Wohnheim mitbekommen, weil ich auch noch unterwegs war!

Das war´s von mir!

LG Anika Küssend

Auf dieser Seite werden lediglich die 5 neuesten Blogeinträge angezeigt. Ältere Einträge können über das Archiv auf der rechten Seite dieses Blogs aufgerufen werden.